Immer wieder berichten Medien über heruntergekommene Schultoiletten. Auch an der Hannah-Arendt-Gesamtschule gab es immer wieder Verunreinigungen und Vandalismus in den Toiletten der einzelnen Jahrgänge. Bei einer Befragung aller Jahrgänge wurden die Toiletten als die Orte in der Schule beschrieben, die von den Schülerinnen und Schülern am wenigsten gern aufgesucht werden. Das lag nicht nur am unangenehmen Geruch und am Zustand der Klos, sondern auch daran, dass Jugendliche die Räume zum illegalen Vapen oder zur in der Schulzeit verbotenen Handynutzung missbrauchten.
Nachdem zunächst der Zugang zu den Toiletten eingeschränkt wurde und diese nur noch mit von den Lehrkräften ausgeliehenen Schlüsseln zu öffnen waren, kam es zu deutlich weniger Zwischenfällen. Doch die Räume waren immer noch unansehnlich und übelriechend.
Deshalb nahmen Schülerinnen und Schüler das Heft, oder besser gesagt die Putzlappen und die Pinsel in die Hand, denn sie wollten und konnten nicht mehr auf eine offizielle Renovierung warten – und zum neuen Schuljahr strahlen die Schultoiletten in neuer Pracht.
Wie sehr das Thema die Schülerinnen und Schüler persönlich bewegt, zeigte sich schon beim ersten Treffen des Arbeitskreises Toilettenverschönerung, zu dem Sozialpädagogin Verena Gröne und Lehrerin Katharina Buller eingeladen hatten. Mehr als 50 Kinder und Jugendliche sowie Lehrkräfte aus verschiedenen Jahrgangsstufen versammelten sich, machten ihrem Frust Luft und machten sich dann an die Arbeit. Jahrgangsweise sammelten sie Ideen für die Verschönerung der Räume.
Sie stellten ihre Ideen Schulleiterin Kerstin Haferkemper und ihrer Stellvertreterin Christin Bracke vor, die beide von der Initiative begeistert waren und sie unterstützten.
In die Tat umgesetzt wurden die Ideen dann in den Projekttagen „Bunt wie Hannah“: In vielen Jahrgängen machten sich Schülerinnen und Schüler ans Werk. Bevor sie die Toiletten verschönern konnten, putzten sie die Räume gründlich und waren sich dabei nicht zu schade, zum Teil auch Abstoßendes zu entfernen. Anschließend konnten sie endlich ihre Kreativität ausleben: Wände wurden angestrichen, mit Graffitis, Wandtattoos und Sprüchen verziert, Lichterketten rund um die Spiegel gespannt, (Kunststoff-)Pflanzen aufgestellt sogar eine Discokugel wurde unter die Decke gehängt. Schließlich wurden auch die Klobrillen durch neue farbenfrohe Modelle ersetzt und Raumdüfte installiert. Die Räume sind kaum wiederzuerkennen!
Beim großen Jubiläumsschulfest konnten sich die ersten Neugierigen bei Führungen durch die fleißigen Schülerinnen und Schüler einen Eindruck verschaffen und sie waren total begeistert. Nun werden die Jahrgänge durch die Macherinnen und Macher informiert und sensibilisiert, damit alle die tollen neuen Jahrgangstoiletten und die kreative, aber eben auch harte und schmutzige Arbeit ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler kennen und zu schätzen wissen.
Danke an alle Schülerinnen und Schüler und Lehrerinnen und Lehrer, die sich bei dieser Aktion so sehr engagiert haben und die sich so herausragend für die Gemeinschaft eingesetzt haben! Ein besonders großer Dank geht an Herrn Oberschelp und Herrn Berghoff, die das Projekt mit ihren großartigen handwerklichen Fähigkeiten als Schreiner, Anstreicher und Installateur unterstützten!







