Logo HA

   ...... Besuch in Minsk

Schüleraustausch mit der weißrussischen Hauptstadt Minsk

Vom 20.04.10 bis zum 30.04.10 besuchten neun Schülerinnen und Schüler unserer Oberstufe sowie zwei Lehrkräfte zum zweiten Mal die weißrussische Hauptstadt Minsk. Dass dieser Austausch wiederholt ein voller Erfolg war, zeigen die folgenden Tagesberichte, die von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern verfasst wurden. Lest sie einfach und ihr werdet bald selber nach Minsk fahren wollen!


20.04.2010, Dienstag (Abfahrt)

Patrick und ich haben uns um 9.00 Uhr am Soester Bahnhof getroffen. Unser Gepäck war relativ schwer, doch es war auszuhalten, da wir es nicht kilometerweit mit uns herumschleppen mussten. Wir gingen kurz noch Süßigkeiten für die Fahrt einkaufen und trafen auf dem Rückweg Frau Grothoff. Zusammen gingen wir zum Eingang des Bahnhofgebäudes, wo sich auch schon fast die ganze Gruppe eingefunden hatte. Natürlich hatten Patrick und ich noch keine wirklich freundschaftlichen Beziehungen zu den Mitgliedern der Austauschgruppe, aber dies entwickelte sich im Laufe der Fahrt schnell.

Kurz bevor der Zug kam, verabschiedeten sich die meisten von ihren Eltern und dann stiegen wir gemeinsam in den Zug ein, der nach Hamm fuhr. Schon nach ein paar Minuten waren wir in Hamm angekommen. Dort mussten wir uns noch ein bisschen die Zeit vertreiben. Patrick und ich lernten den einzigen weiteren männlichen Schüler, nämlich Christian, kennen. Einige Mädchen haben gesungen und zwar sehr gut. Als der ICE in Richtung Berlin ankam, mussten wir feststellen, dass er ziemlich voll war. Zum Glück hatten wir Plätze reserviert und mussten so die nächsten drei Stunden nicht stehen. In Berlin angekommen hatten wir ein bisschen Freizeit um Nahrungsmittel und Getränke einzukaufen. Die Mädchen nutzten die Zeit wieder , um Lieder einzuüben. Plötzlich kam eine Nachricht über die Lautsprecher, dass der Zug von einem anderen Bahnhof abfahren sollte. Also packten wir schnell unsere Sachen und stiegen in eine Straßenbahn, die zu diesem Bahnhof fuhr. Wir erwischten den Zug noch rechtzeitig. Der Einstieg in den Zug war relativ schwer, weil der Durchgang sehr schmal war, sodass die Koffer kaum durchpassten. Wir haben uns eine Schlafkabine zu dritt geteilt. Es war zwar nicht viel Platz vorhanden, aber wenn man die Koffer gut verstaute, war es sogar recht gemütlich. Während der Zugfahrt spielten wir Karten und die meisten haben sich einen Tee bei der Zugbegleiterein geholt. Der Tee kostete nur 50 Cent, genauso wie der Kaffee. Um drei Uhr morgens wurden wir geweckt, weil wir an der Grenze standen und die Pässe kontrolliert wurden. Dabei ist nichts schief gelaufen und kurze darauf waren wir in Brest angekommen. Dort erlebten wir ein Schauspiel, das man nicht jeden Tag zu sehen bekommt. Der Zug wurde angehoben und es wurden neue Räder unter die Waggons geschoben. In Weißrussland sind die Gleise nämlich schmaler als in Polen und Deutschland. Den Rest der Nacht schliefen die meisten noch ein bisschen.

Andreas Sperling


21.04.2010, Mittwoch (Ankunft)

Wir trafen um 10:46 Uhr am Zentralbahnhof in Minsk ein. Dort warteten schon die Schüler aus Weißrussland, die am Austausch teilnahmen und ihre Lehrerin. Alle, die noch nicht wussten, zu welchem/welcher Schüler/in sie kommen würden, wurden von der weißrussischen Projektleiterin Svetlana ihrem/ihrer Austauschschüler/in zugeteilt. Als endlich alle Schüler zugeteilt waren, löste sich die Menschentraube am Bahnhof auf und jeder fuhr mit seinem/seiner Gastschüler/in nach Hause.

Meine Austauschschülerin und ich fuhren mit einer Freundin von ihr mit, da ihre Eltern kein eigenes Auto besitzen. Schon auf der Hinfahrt zur Wohnung erlebte ich eine kleine Stadtführung durch Minsk, da wir vom einen Ende der Stadt zum anderen Ende der Stadt mussten. Wir fuhren an der Siegessäule von Minsk vorbei, später am Zirkusgebäude, am Kunstmuseum und als letztes an der Nationalbibliothek. Als wir endlich am Haus ankamen, zeigte mir Katja ihre Wohnung und ihr eigenes Zimmer, in dem ich für die nächsten Tage schlafen sollte. Danach räumte ich meinen Koffer aus und Katja machte etwas zu Essen für uns. Nach dem Essen legte ich mich noch einmal für zwei Stunden hin, da ich von der langen Zugfahrt sehr kaputt war.

Später trafen wir uns mit allen anderen Projektteilnehmern im Restaurant, um gemeinsam den Abend zu verbringen.

Zwaantje Zach


22.04.2010, Donnerstag

Der zweite Tag begann für mich um 6.45 Uhr. Ich wurde von meinem Austauschschüler Timur geweckt, der mir sein Zimmer zum Schlafen gegeben hatte. Als ich von der Schlafcouch aufstand, um mich im Badezimmer frisch zu machen, redete Timur mit seinen Eltern, die recht wenig Zuhause waren, auf russisch.

Als Timur und ich uns fertig gemacht hatten, aßen wir in der Küche Toast mit Schinken und Käse, "piroschonol" (ein Spritzgebäck mit Schokoglasur, gefüllt mit cremiger Sahne) und ein gleichnamiges Gebäck mit "kaugummiähnlicher" Teigschale, welches mit roten Früchten gefüllt war. Das schmeckte ungewohnt, aber trotzdem gut.

Timurs Vater, der kein Deutsch konnte, brachte uns zur Schule, die etwas entfernt von Timurs Wohnung lag. Da wir zu früh an der Schule waren, gingen Timur und ich noch etwas spazieren. Um halb neun waren auch die Anderen mit ihren Austauschschülern da, und wir machten eine Schulführung mit einer Deutschlehrerin.

Danach wurden wir von der Direktorin empfangen. Die Austauschschüler/innen stellten danach ein Programm auf, was uns Belarus näher bringen sollte. Es war sehr aufwendig, mit traditioneller Kleidung und auswendig gelernten Texten, geplant. Danach aßen wir typisch belarussisches Essen. Wir fuhren danach nach Hause und redeten bis es kurz vor drei war. Dann nahmen eine der zahlreichen Fortbewegungsmöglichkeiten und fuhren in ein Einkaufszentrum, was wir vorher mit den anderen abgesprochen hatten und trafen uns dort. Wir kauften dort v. a. CDs, die in Weißrussland sehr günstig sind. Danach fuhren wir wieder nach Hause. Wir spielten UNO und warteten bis wir um sechs Uhr in das große Nationaltheater gehen konnten. Das Stück (Der Troubadour) begann um 19 Uhr und endete um 21:30 Uhr.

Nationaltheater von Minsk Nationaltheater von Minsk

Da wir weder italienisch noch russisch konnten, verstanden wir kein Wort. Trotzdem war die Aufführung von der künstlerischen und musikalischen Leistung her sehr gut. Danach fuhren Timur und ich wieder nach Hause, redeten noch ein bisschen und schliefen dann ein.

Christian Krause


23.04.10, Freitag

An diesem Tag lernten wir die Stadt im Rahmen einer exelenten Stadtführung kennen. Zudem besuchten wir die Nationalbibliothek, das Wahrzeichen von Minsk.

Nationaltheater von Minsk Blick von der Nationalbibliothek über Minsk
24.04.2010, Samstag

Mein Tag begann um 9:30 Uhr, was mich sehr beruhigte, da der Tag zuvor sehr anstrengend war und ich einigermaßen ausschlafen konnte. Nachdem ich mich fertig gemacht und gut gegessen hatte, ging es auch schon mit meinem Austauschschüler Kirill los zur Schule. Dort trafen wir die anderen Teilnehmer, die man schon Freunde nennen konnte. An diesem Tag stand ein Besuch des Freilichtmuseums für verschiedene Flugmaschinen in Borowaja an und anschließend ging es zu einem Ritterturnier. Beide Sehenswürdigkeiten lagen außerhalb der Stadt. Daher mussten wir mit einem sehr urigen Bulli dorthin fahren. Nach diesem Abenteuer konnten wir dann Kampfhubschrauber und Flugzeuge von außen und sogar von inne begutachten. Am Ende konnten wir noch einen Flugzeugstart beobachten. Dann fuhren wir weiter zu dem besagten Ritterturnier. Dort gab es verschiedene Bühnenauftritte von Musikern und Ritterspiele. Zwar bließ uns der Wind stark ins Gesicht und es regnete teilweise, aber dass konnte unsere Laune nicht verderben. Trotzdem waren wir gezwungen in ein Cafe zu gehen, um uns wieder aufzuwärmen. Aber man hatte immer etwas zu lachen, wenn es zu Missverständnissen zwischen den deutschen und den weißrussischen Schülern kam. Wieder zu Hause angekommen ging es für mich auch schon weiter. Kirill hatte einen Ausflug zum Schlittschuhfahren geplant. Das gefiel mir sehr, jedoch fehlten die anderen Teilnehmer, die zu müde waren, um noch mitzufahren. Dort lernte ich dann aber zwei von Kirill`s Freunden kennen, mit denen ich mich gut verstand. Meine Sprachkenntnisse waren bzw. sind ja doch sehr beschränkt. Danach war ich so müde, dass ich praktisch ins Bett gefallen bin und direkt einschlief und mich auf den nächsten Tag freute.

Patrick Wagner


25.04.10, Sonntag

An meinem fünften Tag in Belarus lernte ich den großen Bruder meiner Gastschwester Masha kennen. Er heisst Nikita, ist 18 Jahre alt und seine deutschsprachigen Fähigkeiten beschränken sich leider auf "Nicht schießen!", "Hände hoch!" und "Ja.".

Da ein Gespräch so nicht möglich gewesen wäre, fing ich an, mit ihm Englisch zu reden, weil er das immerhin noch verstand. Für meine Austauschschülerin Masha musste ich alles noch mal auf Deutsch wiederholen, da sie kein Englisch konnte.

Eins der ersten Dinge, die ich in Belarus allerdings lernte, war, dass die Sprache letzendlich nur ein Hilfsmittel ist, um einander zu verstehen, nicht aber die wichtigste Voraussetzung.

Da ist z. B. die fünfjährige kleine Schwester Ulljane, die im Familien- und Freundeskreis allgemein nur als "Binladen" bekannt ist. Ich hatte gerade die Haustür geöffnet, als ich von meinem kleinen Spaziergang mit Masha und Nikita zurück kam, da fiel mir die kleine schon um die Beine und ließ sich so von mir ins Zimmer tragen. Wir konnten zwar nie einen kompletten Satz miteinander sprechen, trotzdem spielte ich bis zum Abend mit ihr "Tiger" oder "Wir liegen unter meinem Bett und essen Kekse".

Um 17.00 Uhr fuhr ich dann mit Masha im Bus zum Bowling - Center, wo wir uns um 18.00 Uhr mit den anderen trafen. Die erste Runde gewann ich mit insgesamt 130 Punkten und als ich ermutigt zur zweiten Runde schritt, fest im Glauben ich hätte nun mein wahres Talent entdeckt, riss mir die Kugel einen Großteil meines Fingernagels ab und ich beschloss spontan es doch etwas ruhiger angehen zu lassen. Um etwa 20.00 Uhr verließen wir das Bowling -Center, nachdem wir noch kurz über die Planung des morgigen Tages, an dem wir den weißrussischen Schülerinnen und Schülern unser Land vorstellen sollten, gesprochen hatten. Eine Stunde später kamen wir in meinem derzeitigen Zuhause an und ich fiel wie jeden Tag glücklich aber tot müde in mein Bett und schlief ein.

Franca Brockmann


26.04.10, Montag

Heute wird es hoffentlich nicht regnen, aber ich bezweifle es. Es war mein sechster Tag in Minsk und bisher gefiel mir fast alles, von der Gastfreundschaft ganz zu schweigen. Ich schlief zusammen mit meiner Gastschwester auf einem geräumigen Dachboden, in dem noch viel geräumigeren Haus meiner vierköpfigen Gastfamilie. Jeden Tag wurde ich mit einem freundlichen "guten morgen" geweckt, das ich auf russisch mit "Dobre Utra" erwiderte. Es war noch sehr früh, etwa sieben Uhr, aber das Frühaufstehen muss sein, wenn man etwas außerhalb der Stadt wohnt. Das gleicht sich jedoch damit aus, dass unten in der Küche ein wundervolles Frühstück auf mich wartete. Zum Frühstück gab es so viel zu Essen, wie man sich nicht vorstellen kann. Kleine Pfannkuchen mit Quark (weißrussische Spezialität), Jogurt, Brot, Käse, Hühnchen mit Reis, Obst, Cornflakes und vieles mehr. Und es schmeckte alles (natürlich musste ich aus Höflichkeit alles probieren). Leider aß ich nach Ansicht der Gastmutter jedoch zu wenig und sie forderte mich mit Händen und Füßen zum Essen auf, ebenso die restliche Familie.

Etwas später waren wir auf dem Weg in die Schule, um das Deutschland-Projekt zu bestreiten. Weil mein Gastvater zur Arbeit muss, nahm er uns mit. In der Schule angekommen, warteten wir auf die Anderen. Wir waren früh dran. Man muss sagen, weißrussische Schulen und das weißrussische Schulsystem sind anders als das Deutsche. Die Schulzeit, die die Schüler gemeinsam in nur einer Schule verbringen, geht über 11 Jahre. Im Eingangsbereich steht eine Frau den ganzen Tag hinter einem Schalter und bewacht die Schule. Dies ist sicherlich kein angenehmer Job.

Als alle deutschen Austauschschüler/innen angekommen waren, gingen wir in einen Klassenraum, um unsere Präsentationen vorzubereiten. Nach dem Üben von Referaten und Liedern, stellten wir unser Land, unsere Stadt, unsere Schule und unsere Kultur vor. Die Weißrussen hörten sehr aufmerksam zu.


Präsentation der SchülerInnen Präsentation unserer SchülerInnen

Am Ende gab es deutsche Süßigkeiten, in die sich unsere Austauschschüler auch sofort verliebten. Allerdings waren sie sehr höflich, denn sie rührten nichts an, bevor nicht erst einer von uns probiert hatte.

Anschließend machen wir uns auf den Weg in ein Kunstmuseum. Dort durften wir zwei Ausstellungshallen betreten, beide mit sehr schönen historischen Bildern und Landschaftsgemälden von berühmten Malern aus der ganzen Welt. Danach waren Saskia und ich mit unseren beiden Gastgeberinnen, dem Freund meiner Gastschwester und den beiden zuständigen weißrussischen Lehrerinnen Eisessen. Es war sehr nett, wir unterhielten uns über alles mögliche und fuhren im Anschluss zu der Uni meiner Gastgeberin, wo wir uns die Wiederholung eines Tanz-Turniers anschauten. Später gingen wir in einem feinen Restaurant essen und fuhren schließlich, nach einem sehr vollen und erlebnisreichen Tag, nach Hause.

Bea


27.04.2010, Mittwoch

An diesem Tag haben wir uns um 8:50 Uhr in der Schule getroffen. Wir sind alle zusammen zum ethnographischen Freilichtmuseum nach Dudutki gefahren. Als erstes haben wir die älteste funktionierende Mühle besichtigt, die es in Weißrussland gibt. Sie ist ca. 100 Jahre alt. Nachdem wir sie besucht haben sind wir in das Zentrum des Freilichtmuseums gegangen. Im Zentrum haben wir dann mit einem Rundgang begonnen. Wir sind als erstes zum Tischler gegangen und haben ihm ein bisschen zugeschaut. Unsere Rundführerin hat für uns alles übersetzt und uns noch zusätzliche Informationen zu dem früherem Leben in Weißrussland gegeben. Danach haben wir noch eine Töpferei, ein altes Bauernhaus und einen Schmiede besucht. Im Bauernhaus haben wir einen kleinen Imbiss bekommen der aus Brot, Käse, salziger Butter und Tee bestand. Nachdem wir diesen kleinen Imbiss zu uns genommen hatten, sind wir zum Schmied gegangen.

Die Austauschgruppe im Freilichtmuseum Die Austauschsgruppe im Freilichtmuseum Dudutki

Dort konnten wir zuschauen, wir der Schmied ein kleines Hufeisen angefertigt hat. Von dort aus sind wir zu den Tieren gegangen. Wir konnten Sträuße, Pferde und andere Tiere beobachten. Bei den Tieren endete der Rundgang. Danach konnten wir noch ein paar Minuten dazu nutzen, um Souvenirs einzukaufen. Als wir alle fertig waren, sind wir zurück nach Minsk gefahren.

Nachdem wir wieder in Minsk angekommen waren hatten wir Freizeit. Mit ein paar Leuten sind wir dann für den Abschlussabend einkaufen gegangen. Hiernach sind wir alle getrennte Wege gegangen und wir konnten machen was wir wollten, ob Shoppen, Billard spielen oder zusammen einen Film schauen.

Melanie Weavers


28.04.10, Donnerstag + 29.04. 10 Freitag (Abreise)

Am Donnerstagabend wurden wir von unseren weißrussischen Freunden im Rahmen eines gemütlichen Abschlussabendsverabschiedet.

Der Abschlussabend Der Abschlussabend

Am Freitag flossen am Bahnhof in Minsk einige Tränen, aber Freundschaften bleiben ja gottseidank bestehen und der Gegenbesuch findet schon Ende September 2010 statt, sodass ein Wiedersehen garantiert ist.

Nähere Informationen zum Austauschangebot unserer Schule gibt es unter: http://www.gesamtschule-soest.de/pdf/gesa_info_11_2009.pdf

Bilder:M. Jung

zurück zur Startseite zurück zurück zum Seitenanfang