Seit April hängt in der Aula (Mensa) ein Mobile. Gestikulierende, miteinander sprechende Figuren aus Plexiglas, einseitig bemalt in Blau und Gelb. In Auseinandersetzung mit einem zeitgemäßen Denkmal-Begriff haben wir dieses Werk entwickelt als ästhetisches Arrangement zu einer Äußerung von Hannah-Arendt, die jede einseitige Wahrheit als „unmenschlich“ bezeichnet und daran festhält, dass es keine absolute Wahrheit gebe, sondern Wahrheit sich wandle in eine „Meinung unter Meinungen“, und die damit Teil eines unendlichen Gesprächs der Menschen sei, „in einem Raum, wo es viele Stimmen gibt“. (vgl. Rede über Lessing. Von der Menschlichkeit in finsteren Zeiten. München 1960)
Ein Bild für diesen urdemokratischen Gedanken haben wir nun in die Aula gebracht, wo auch für unsere schulischen Belange ein „Raum mit vielen Stimmen“ existieren soll. Die Form des Mobiles unterstützt durch die Bewegung der einzelnen Elemente die Unendlichkeit: In ständiger Drehung der Figuren kommunizieren diese mit ständig wechselndem Gegenüber. Transparenz und Spieglung des Materials beziehen den jeweiligen Standpunkt des Betrachters in die Rezeption ein.
Und natürlich diskutiert auch Frau Arendt mit und erinnert uns daran, dass Kommunikation das wichtigste Mittel für ein harmonisches Zusammenleben ist.
Gestaltet haben die SchülerInnen des Kunst-Grundkurses 2008/09: Angela Beier, Niklas Brandt, Lisa-Marie Gerbens, Felix Großelohmann, Nikoo Rahimy, Vanessa Risse, Ülker Rostamova, Carola Schmollke, Diana Schwenkler, Nicole Stobbe und Vera Unruh, „Regie“ führte Frau Kastor.
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Nach mehreren ganztätigen Malaktionen und zwei weiteren Doppelstunden Arbeit ist nun das neue Wandbild im Raum C3 des Oberstufengebäudes fertig. Ziel war zunächst, den eher kleinen Unterrichtsraum optisch zu vergrößern durch zentralperspektivisch angelegt Spiegelungen. Dabei wurden einzelne Gegenstände bis hin zur Augentäuschung kopiert, andere eher malerisch abstrahierend dargestellt. Ergänzt wird das Ganze durch schattenrissartige Figuren, in denen sich einige der Künstler und Künstlerinnen selbst bei der Arbeit zeigen.
Als umstrittenes I-Tüpfelchen blieb ein „Bild im Bild“ bestehen. Eine Hommage an unsere Vorgänger, die in C3 das Treppenhaus des „Gelben Gebäudes“ mit „Käfig“, Eimer und Pick-Zange gemalt hatten. In Gold gerahmt tauchen Eimer und Pick-Zange unvermutet an der Fensterseite auf. Dieses Spiel zwischen Abstraktion und dem Trompe-L’oeil- Effekt macht den Reiz des Bildes aus und der Raum wirkt nun doppelt so groß wie vorher.
Nach anfänglichen Zweifeln, ob wir unsere Ideen auch „auf angemessenem Niveau“ umsetzen könnten, sind wir nun überzeugt, dass unser Wandbild ein echter Gewinn für C3 ist.
Gemalt wurde von den SchülerInnen des Kunst-Leistungskurses Jahrgang 12 08/09, Faruk Artis, Tobias Ellebracht, Florian Fleischer, Christoph Joseph, Barbara Kastor, Diana Laukert, Lina Schad, Romana Stitz, Karola Thiell, Julian Thiyagarajah, Elisabeth Unruh, Vanessa Wulf. Außerdem half uns Sophia Zierock.
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